BERICHT: Saisonfinale im Erlebnispark Tripsdrill

Heute ging im schwäbischen Erlebnispark Tripsdrill die Sommersaison mit der traditionellen Kürbisplünderung zu Ende, und wir waren der Einladung der Geschäftsleitung gefolgt, um heute noch einmal vor Ort die letzten Impressionen des herbstlich dekorierten, schwäbischen Kleinods einzufangen, die Attraktionen zu testen und auch aktuelle Baustellenbilder der neuen Attraktion 2017 machen zu können.

Unsere Anreise erfolgte schon am Morgen, da die Wetteraussichten doch nicht wirklich vielversprechend waren, es sollte wohl des öfteren einen Schauer geben, und auch nicht wirklich warm, aber schließlich ist Herbst, da darf es doch schon mal ein wenig frischer sein. Wider Erwarten war der Parkplatz bei unserer Ankunft doch nicht so voll, wie man gedacht hatte, aber wir waren sicher, dass der Park sich im Laufe des Tages noch füllen würde.

der große Essigkrug auf der Dorfstraße

der große Essigkrug auf der Dorfstraße

Nach der Begrüßung an den Kassen, wo wir unsere Besuchsberechtigung bekamen, ging der Spass für uns los – wie gewohnt über die prächtige Dorfstraße, wie man es aus einem kleinen Dorf im Schwoabaländle Anno 1881 üblich war: die Wäsche an Leinen quer über die mit liebevollen hergerichteten Fachwerkhäusern gesäumte Dorfstraße gespannt mit dem Gewissen Gefühl sich einfach heimisch zu fühlen. Zum Ende der prächtigen Dorfstraße steht der Maibaum, bei welchem man in luftiger Höhe in Kreise fährt, und die Flughöhe selbst bestimmen kann.  Hier ging es dann um die Ecke und man konnte das Wahrzeichen des Parks sehen, die Altweibermühle, die so in ihrer Form seit 1950 an diesen Platz steht. Die vorherige Mühle, die 1929 eröffnet wurde, und Tripsdrill somit zum ältesten Park Deutschlands macht, wurde durch einen Blitzeinschlag im Jahre 1946 zerstört.

In diesem Bereich rund um die Mühle befindet sich auch die bewährte Altmännermühle, ein Walk-Through mit sich bewegenden Elementen, wie Brücken, einer rollenden Tonne oder zwei Rollenrutschen. Hier war schon die Gaudi vorprogrammiert und ist für jeden Besucher eigentlich Pflicht. Daneben liegt der Mühlenteich, auf welchem man mit spritzenden Booten fahren kann. Wenn man genügend Kraft hat und dementsprechend das Pedal tritt, kann man dort schon richtig die Leute im anderen Boot oder die Zuschauer nass spritzen. Vor allem im Sommer eine willkommene Abwechslung. Nebst einem doppelten Donnerbalken, einem Freefalltower aus dem Hause Bear und Bartholet, dem Seifenkisten-Rennen und der Kinderwildwasserbahn „Mühlbach-Fahrt“ aus dem Hause ABC Engineering, sowie dem Gasthaus zur Altweibermühle komplettiert sich dieser Themenbereich.

der doppelte Donnerbalken

der doppelte Donnerbalken

Von hier aus durchschreitet man auch den „damaligen“ Haupteingang – unter einer Vielzahl von Weinreben, und zu der Seite die Weinkübelfahrt „fröhlicher Weinberg“, bei welchem es in Weinkübeln in einer kurvenreichen Strecke durch einen angelegten Weinhang. Dabei es geht oftmals ganz schön wild im Kreis umher und sorgt auch ohne den flüssigen Saft für die ein oder andere Umdrehung bei den Fahrgästen.

In diesem Bereich gibt es sehr viel über das Thema Wein zu entdecken, sei es der Anbau oder die Ernte und die Herstellung des Weins im angrenzenden „Vinarium“, in welchem man auch sein Souvenir abholen konnte – ein Weinglas – oder für die kleinen Gäste gab es ein farbenfrohes Saftglas. Im Keller des Vinariums kann man dann auch gerne bei einem Stück Käse und frischem Bauernbrot den ein oder anderen Wein probieren – und natürlich gibt es für die Kinder dann auch den passenden Saft in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen. Damit es kurzweilig bleibt gibt es nebst dem Wäschekorbflug, eine Art Twister, noch die Kaffeetassen-Fahrt aus dem Hause Mack Rides. Gegenüber noch eine weitere „wilde“ Rund-herum-Fahrt in Form von den bekannten Suppenschüsseln. Doch hier geht es in beiderlei Richtung und fordert doch noch mehr den Drehwurm eines Fahrgastes heraus – vor allem für die Kinder eine Riesengaudi.

die Hochzeitsgesellschaft

die Hochzeitsgesellschaft

Im mittleren Parkbereich, den ich keinem wirklichen Themengebiet zuordnen kann, gibt es nebst der Hochzeit, dem Kindlesbrunnen und dem Eheanbahnungsinstitut (hier geht man durch das Haus und es stellen sich diverse Traumprinzen- und -prinzessinnen vor), kann man sein Glück auch auf der Leiter beim Fensterln versuchen, aber nicht jedem Besucher ist die holde Maid wohl gesonnen. Auch gibt es hier noch die Oldtimerbahn, oder die Hochzeitsfahrt, bei der man auch auf Pferden Platz nehmen kann, die dann während der Fahrt mal mehr und mal weniger auf und ab wippen. Sogar für mich als Erwachsener war dies eine besondere Gaudi, weil doch auch Kindheitserinnerungen hervor gerufen werden. Ferner gibt es hier auch das „Kinderland“, dass mit einem Ballpool, einer Entenfahrt und der Moggelesbahn selbst für die kleinsten ab 3 Jahre eine Menge Spass bietet. Wer aber genug Kraft in den Beinen hat, kann sich auf dem Schmetterlingsflug über den Köpfen der Besucher beweisen. Nicht selten ist jemandem auf der Strecke schon die Puste ausgegangen, und dann darf man hoffen, dass der Hintermann einem dann doch nochmal ein wenig Schub verleiht um dann wieder nach vorne zu kommen. Herzstück des Parkbereichs ist mit Sicherheit, jedenfalls in meinen Augen, die kleine Achterbahn „Rasender Tausendfüßler“ aus dem Hause Zierer. Dies feierte in dieser Saison seinen 30sten Geburtstag und macht wie eh und je eine Menge Spaß.

Baustelle? Hier entsteht das neue für 2017

Baustelle?
Hier entsteht das neue für 2017

Doch hoppla – da stehen doch auf einmal Bauzäune, die beim letzten Besuch noch nicht da waren, wird sich so mancher Besucher sagen: Ja genau, an dieser Stelle waren einst mal die Wasserfontänen, bei denen sich die Kinder in den heißen Sommertagen abkühlen konnte. Und nun? Eine Baustelle. Das Rätselraten ist groß, was sich hier zur Saison tun wird, und welche Attraktion es sein wird. Eines dürfen wir verraten: Es geht hoch hinaus und wird interaktiv – der Besucher bestimmt, was passiert. Doch dazu komme ich nachher noch einmal genauer!

An der Rückseite der alten Coaster-Dame gibt es noch drei weitere Rundfahrgeschäfte, eine Berg-und Talbahn, die „Schlappenfahrt“, die mit einer rasanten Vor- und Rückwärtsfahrt begeistert, der Wirbelpilz, ein Wellenflug aus dem Hause Zierer und die „Gugelhupffahrt“, bei der es in urigen Gugelhupfformen bergauf und bergab geht, dabei dreht sich, je nach Belastung und Drehmoment die Gondel in beide Richtungen. Von hier aus kommt man dann auch in den neuen Parkteil, der mit zahlreichen Attraktionen für die Adrenalinsüchtigen unter uns daher kommt.

Burg "Rauhe Klinge" mit der "g´sengten Sau" und der "Badewannenfahrt"

Burg „Rauhe Klinge“ mit der „g´sengten Sau“ und der „Badewannenfahrt“

Bereits im Jahre 1998 wurde die Achterbahn „g´sengte Sau“ eröffnet und war zu dieser Zeit der Prototyp des Bobsled Coasters aus dem Hause Gerstlauer. Die Achterbahn teilt sich das Gebäude, die sich Burg „Rauhe Klinge“ nennt, mit der Wildwasserbahn „Badwanna-Sturzfahrt zum Jungbrunnen“ – eine, in meinen Augen, wunderschön thematisierte Wasserattraktion, bei welcher man nach dem First-Drop durch den Burgkeller fährt, und dort sieht, wie die Damen aus dem Wasser die Jungendlichkeit wieder gewannen. Hier erwartet einen dann auch eine Schussfahrt rückwärts, und es gibt dort die ersten, wirklichen nassen Momente. Der finale Drop kommt nach dem man die beiden Türme der Burg durchfahren hat. Hier geht es, laut Tripsdrill, mit der höchsten Schussfahrt bei einer Wildwasserbahn ins Tal und es wird dann doch wirklich nass – und das nicht nur für die Fahrgäste. Ist man dann erst einmal nass, dann kann man sich auf der gegenüberliegenden Raftinganlage noch den Rest des nassen Elements holen. Im „Waschzuber-Rafting“, der zwei Jahre vor der Achterbahn eröffnet wurde, geht es, nach einem informativen Gang durch das Waschhaus in Rundbooten den Wildwasserfluss entlang. Das Boot dreht sich dabei in alle Richtungen, und für den wirklich ein oder anderen nassen Moment sorgen die ganzen Wellenbrecher und Stromschnellen, oder aber auch der Wasserfall-Abschnitt. Sollte man doch noch trockenen Fußes durch den Tunnel kommen, könnte aber durch zwei Wasserkanonen, die durch Zuschauer bedient werden können, doch noch eine ordentliche Ladung Wasser abbekommen.

der große Drop der "Mammut"

der große Drop der „Mammut“

Und da man ja nun einmal nass ist, kann man sich auf der Holzachterbahn „Mammut“, die im Jahre 2008 eröffnete, und im Jahre 2010 mit der Thematisierung „Sägewerk“ abgeschlossen wurde, wieder trocken pusten lassen. In der 30m hohen und bis zu 90km/h Anlage geht es wirklich rasant bergauf und bergab, hier wird man mit Sicherheit trocken. Zur Fahrt sollte man sagen, dass die Bahn, auch durch die Beschaffenheit, immer wieder mal ruckelt, aber eine Holzachterbahn ohne Ruckeln ist am Ende nicht der Rede wert. Besonders überzeugend ist die Thematisierung, denn nach dem Verlassen der Station durchfährt man ein Sägewerk, auf den ein kleiner Drop folgt, bevor man auf den Lifthill kommt. Dazu tönt aus den Boxen, egal ob in Station, Sägewerk oder auf dem Lifthill ein wirklich schöner Soundtrack.

kopfüber in der Karachao

kopfüber in der Karachao

Im Juli 2013 kam die nächste Großattraktion in den Erlebnispark und stellt die Fahrgäste bei einer actionreichen Fahrt mit LSM-Abschuss gleich viermal auf den Kopf – ich rede hier von Karacho – einem Launchcoaster der Spitzenklasse. Diese ist nicht nur kompakt, sondern fügt sich in das ansteigende Gelände wirklich perfekt an. Nach dem Verlassen der Station geht es im Dunklen nach einem Drop in die Heartline-Roll, bevor die Beschleunigung auf den Top-Hat erfolgt. von hier geht es so gut wie senkrecht wieder nach unten, um das ganze dann noch einmal kopfüber zu erleben. Nach einer kurzen Zwischenbremse, geht es dann mit einer paar Kurven in den Dive-Loop und in den anschließenden Korkenzieher, bevor man nach der 700m langen Gesamtstrecke die Schlussbremse erreicht. Nach und nach hat sich in den letzten drei Jahren dann doch auch hier sehr viel getan: Es entstand ein neues Restaurant mit Selbstbedienung, genannt „Werksküche“, sowie eine darüber liegende Tagungsstätte.

der Mini-Apollo "Heißer Ofen" - die Neuheit 2016

der Mini-Apollo „Heißer Ofen“ – die Neuheit 2016

Mit der neuesten Attraktion des Parks, dem Rundfahrgeschäft „Heißer Ofen“ aus dem Hause Technical Park, der nun eine Deutschland-Premiere im Jahre 2016 war, wurde der Themenbereich im Juli 2016 komplettiert und wurde ganz im Stile der Fabrik rund um Kalle Kolbenfresser thematisiert. Anhand der Detailgetreue sieht man, wie auch in den anderen Bereichen des Parks, wirklich die Liebe, die hier reingesteckt wird. Hier hatten wir auch unsere Mittagspause eingelegt, und ich habe mir aus der Werksküche einen tollen, vor allem FRISCH zubereiteten Burger (man kann dabei zu schauen), ausgesucht. Hier kann sich so manche Freizeit- und Vergnügungseinrichtung eine Scheibe abschneiden. In meinen Augen nicht nur ein Augenschmaus.

Bevor ich nun zum Ende des Erlebnisberichtes komme, komme ich noch einmal auf die Baustelle im mittleren Parkbereich zurück – an welcher bis zum Spätsommer noch die Wasserfontänen ihr Zuhause hatten. Dieser Bereich ist mir Bauzäunen abgesperrt, und ein weißer Sichtschutz wurde angebracht – aber ich durfte einen Blick an den Bauzäunen vorbei werfen, und konnte sehen, was sich auf den Gelände getan hat: Der Boden wurde abgetragen und ein wenig tiefer ausgehoben. Die Fläche ist überschaubar, aber lässt freien Raum, um auch eine größere Attraktion zur Saison 2017 zu errichten. Bei einem Gespräch mit den Mitarbeitern in der Verwaltung konnte ich aber die weitere Information „erhaschen“, dass ein namhafter Hersteller, der schon des öfteren im Park eine Attraktion entworfen hat, hier sein Werk zeigt.

Blick über die "Baustelle" für die Neuheit 2017

Blick über die „Baustelle“ für die Neuheit 2017

Natürlich in der gleichen  Manier, wie man es von Tripsdrill gewohnt ist: perfekt thematisiert und in Szene gesetzt. Da die Hersteller im Park ja doch übersichtlich sind, können die Spekulationen zur Attraktion eingegrenzt werden und wir können uns auf die Eröffnung in der Saison 2017 freuen.

Zum Ende unseres Besuches nahmen wir noch an der traditionellen Kürbisplünderung teil, bei welcher man so viele Kürbisse mit nach Hause nehmen darf, wie man tragen kann. Um das ganze für die Besucher zu erleichtern, wurden die Kürbisse aus den weiter gelegenenen Parkbereichen schon frühzeitig am Eingangsportal trappiert – und hier konnte man sich, wie auch von den herbstlich dekorierten Heuwägen, bedienen. Leider zeigte sich dann das Wetter von seiner wirklich herbstlichen Seite und es fing an zu regnen, was uns dann dazu bewog, den Park vor der eigentlichen Schließung um 17 Uhr zu verlassen. Zum Abschied bekamen wir noch noch ein leckeres Eis aus dem Hause Langnese geschenkt. Eine wirklich liebevolle Geste vom Erlebnispark Tripsdrill.
Natürlich haben wir noch zahlreiche Bilder eingefangen, aber die bekamen wir nicht mehr im Artikel unter, daher haben wir eine kleine Diashow für Euch 🙂

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Nach 17 Uhr gingen dann die Lichter für die Saison 2016 aus, der Park wird in den nächsten Tagen in den wohlverdienten Winterschlaf versetzt, bevor es am  08.April 2017 in die nächste aufregende Saison geht.
Wir, das Team von Coasterstalk wünschen der Familie Fischer, sowie den Angehörigen, und natürlich allen Mitarbeitern eine schöne Winterpause und freuen uns auf Sie in der neuen Saison in ihrem Erlebnispark.
Für alle Interessierten: Der Wildpark hat auch außerhalb der Saison an den Wochenenden, sowie in den Ferien von Baden-Württemberg von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Auch hier lohnt sich ein Besuch wirklich sehr!

 

Anmerkung der Redaktion:
Die Bilder unterliegen dem Urheberrecht des Artikelerstellers und bedürfen zur Vervielfältigung die Zustimmung des Erstellers, bzw. des Stellvertreters. Lediglich der Erlebnispark Tripsdrill darf die Bilder öffentlich verwenden.

Autor dieses Beitrags: Markus

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