[BERICHT] Zu Gast bei schwäbischen Freunden, zu Gast in Tripsdrill

Nach ein paar sehr heißen Tagen in den schwäbischen Breitengraden ging es heute für mich mit einer Begleitung in das schwäbische Kleinod: Erlebnispark Tripsdrill.

Inmitten von Weinbergen, am Fuße des Michaelsberges, bettet sich oben genannter Park wunderbar in die Natur ein, und trägt zu Recht den Namen „Erlebnispark“, denn an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Schon bei der Anreise, sei es mit dem Bus oder mit dem PKW sieht man die Mammut, ein interessante Holzachterbahn, die im Jahre 2008 eröffnete, oder die beiden Top-Hats (einer davon „inverted“, d.h. kopfüber) des neuen Launch-Coasters Karacho.

Unseren Tag begannen wir aber mit schwäbischer Gemütlichkeit, bei einem Häfele Kaffee und was zum

die ruhige Dorfstraße

die ruhige Dorfstraße

Frühstück, mitten auf der prächtigen Dorfstraße. Man fühlt sich hier wie in einem kleinen Dorf, wo man noch die Wäsche zwischen den Häusern aufgehangen hat, wo alles noch gemütlich und gesittet zu ging. Schon hier sieht man, dass der Park sehr viel Wert auf die kleinen Details legt. Fachwerkhäuser, wie anno dazumal, sogar ein kleines Museum, dass einen in die Kindheit zurückversetzt, gibt es. Besondere Rarität ist ein originaler Tante-Emma-Laden, den sicherlich noch viele von Ihrer Kindheit kennen.

 

Verlässt man die Dorfstraße, geht man direkt auf das Wahrzeichen, des ältesten Freizeitparks Deutschlands, welcher am 30.06.2015 stolze 86 Jahre alt wurde, damals nur mit einem Mühlenturm, einer Rutsche und der Gaststätte. Das Wahrzeichen selber brannte 1946 nach einem Blitzeinschlag nieder, aber die heutige Altweibermühle trotzt an dieser Stelle seit 1950 jedem Wetter. Zu Füssen der Altweibermühle

auf und nieder auf dem doppelten Donnerbalken

auf und nieder auf dem doppelten Donnerbalken

liegt der Mühlenteich, und auch die Attraktion „Donnerbalken“, auf welchem die Gäste mehrfach rauf und runter gezogen werden, bevor diese von oben in einer leichten Kippstellung nach unten fallen. Anfangs war der Turm einzeln, doch sehr schnell kam der Bruder gegenüber und wenn beide Türme fahren, kann man seinem Gegenüber in die Augen schauen, wenn dieser fällt. Hinter dem Donnerbalken befindet sich auch eine kleine, sehr liebevoll gestaltete Wasserbahn für Kinder und das Seifenkistenrennen. Hier können schon die kleinsten Zeigen, was sie drauf haben.

Wer des Mittags einkehren mag, dem sei gesagt, dass man im Restaurant „zur Altweibermühle“ sehr gut essen kann. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, sei es schwäbisch deftig, ein Schnitzel oder ein leckerer Wildbraten. Ein Muss für den Gast, hier einzukehren, und ein wenig zu verweilen. Lässt man das Lokal hinter sich, betritt man den eigentlichen Park, mit dem alten Eingang – umschlungen von Weinreben, und wird erneut zurück versetzt, in eine andere Zeit. Hier dreht sich alles um das Thema Weinlese, und zur Seite, am Fuße des Weinmuseums (wo man auch sein Souvenir, ein Vinarium-Glas erhält), schlängelt sich die eine lustige Weinfass-Fahrt durch Weinreben und Pflanzen jeglicher Art. Beschwingt geht es darin zu, und nach der Fahrt hat man gerne mal einen kleinen Drehwurm 😉

Von hier teilt sich der Park dann vorerst auf, rechter Hand geht es gemütlich weiter, mit dem Hochzeitsmarkt und der Vogelhochzeit, wobei zweiteres für die kleinen Besucher sehr interessant ist, denn diese können mit Hilfe einer kleinen Kurbel das Geschäft in Betrieb nehmen. Und jedes Kind kennt sicherlich das Lied der Vogelhochzeit.

Hochzeitsgäste

Hochzeitsgäste

Wasserspiele - im Hintergrund die Hochzeit

Wasserspiele – im Hintergrund die Hochzeit

die Vogelhochzeit

die Vogelhochzeit

Und da man ja nun allerei gesehen hat, und man sicherlich nicht gerne alleine ist, darf man ein paar Meter weiter auch noch „fensterln“ gehen, aber Obacht, nicht jeder wird mit einer holden Maid beglückt, denn oftmals steht auch der Vater der Braut am Fenster und droht einem Prügel an. Wer auf der Leiter kein Erfolg hatte, der darf sich dann gerne im Eheanbahnungsinstitut eine Frau oder einen Mann aussuchen, aber auch hier sei Vorsicht geboten, nicht immer bekommt man das, was man gerne hätte. Doch eines ist gewiss, es bleibt kein Auge trocken, bei all dem schwäbischen Humor.

In diesem „älteren“ Parkteil befindet sich auch eine kleine Achterbahn, der „rasende Tausendfüssler“, der

... auf dem rasenden Tausendfüßler

… auf dem rasenden Tausendfüßler

wahrhaftig mit Schwung um die Kurven rast – und da das ganze mit einer Runde nicht getan ist, darf man gleich eine zweite Runde dran hängen. Diese Achterbahn, aus dem Hause Zierer wird nächstes Jahr 30 Jahre alt, aber fährt sich immer noch „butterweich“, mit dem typischen Rauschen, wenn man über die Schiene flitzt. Weitere Attraktionen in dem Bereich sind unter anderem das Bauerntheater, wo man auch schwäbischen, deftigen Humor erlebt, eine lustige Fahrt in sich drehenden Suppenschüsseln, die drehenden Kaffeetassen und der Wäschekorbflug, der nicht nur bei den Kleinsten sehr beliebt ist. Wer es ein wenig „rasanter“ mag, der ist im Wirbelpilz (ein Wellenflieger), in der Gugelhupffahrt oder auf der Schlappentour bestens aufgehoben.

Bereits im Jahre 1996 wurde der Park erweitert, anfangs mit einer Rafting-Anlage, welches sich rund um das Waschen, Trocknen, Mangeln und Bügeln von Wäsche bezieht. Und wenn man durch die Schlange gelaufen ist, darf man sich in einem originellen Waschzuber setzen und sich den Wasserfällen und Stromschnellen auf der Wildbachfahrt hingeben. Das man nass wird, ist hier garantiert.
Auf der gegenüberliegenden Seite eröffnete zwei Jahre später die zweite Achterbahn des Parks, die „G´sengte Sau“, welche die erste Ausführung dieses Coasters war – somit eine kleine Weltneuheit für den Hersteller und für den Park. Die Bahn ist relativ gediegen, aber bringt in den Haarnadel-Kurven und in den beiden Helixen ein enormes Tempo drauf, und auf den anschließenden Camelbacks ist für eine Menge Airtime gesorgt, das jedes noch so junge Achterbahnherz höher schlagen lässt. Hier wurde auch damals bei Wetten, dass… ein Weltrekord von Dirk Auer aufgestellt, welcher auf Inlineskates, die gesamte Strecke abfuhr. Bis ins Jahre 2002 bekam die g´sengte Sau eine „Behausung“, die erste Fertigstellung war 2000,

eine geniale Abfahrt

eine geniale Abfahrt

erweitert wurde diese 2002. Die Behausung, sogenannte Burg „Rauhe Klinge“ beherbergt heute die genannte Achterbahn und eine Wildwasser, bei welcher man in originellen Badewannen auf eine Reise geht. Die Fahrt hier führt zum Jungbrunnen, mit Rückwärtsfahrt und der höchsten Wildwasserabfahrt. Auch hier ist der ein oder andere „nasse Moment“ sicher – besonders willkommen an warmen Tagen. Zwischen den beiden Wasserattraktionen befindet sich eine tolle Liegefläche, die sich gut zum entspannen eignet, um einfach einmal die Sonne genießen, oder um die Umgebung einfach auf sich wirken zu lassen. 2008 zog dann die dritte Achterbahn in den Park ein, ein Gigant aus Holz: es handelt sich um „Mammut“, eine wunderschön thematisierte Holzachterbahn, bei welcher sich alles um das Thema Sägewerk dreht. Anfangs gab es das Sägewerk noch nicht, aber nun scheint die Bahn „komplett“ zu sein, denn schon im Wartebereich gibt es einiges zum Thema Holz zu entdecken, und auch bevor man einsteigt, gibt es jede Menge Arbeitsutensilien zu besichtigen. Untermalt wird die Fahrt im Wartebereich von einem eigenen Soundtrack, es ist auch die einzige Attraktion, die bis jetzt einen Soundtrack hat. Sogar auf dem Lifthill wird man begleitet, bevor die Reise mit atemberaubender Geschwindigkeit (90km/h) aus der Höhe von 30m beginnt. Leider ist die Fahrt relativ kurz, Mammut wird auch bei mehrmaligen Fahren nicht langweilig.
Aber nun kommen wir zum Highlight des Parks, denn 5 Jahre später, im Jahre 2013 zog die vierte Achterbahn in den Park ein, ganz im Stil einer Fabrik im Jahre 1880. Die Rede ist von Karacho – einem Launch-Coaster aus dem Hause Gerstlauer. Karacho ist eine ganz besondere Bahn, denn erstmals wurden

wilder Mix aus Schienen

wilder Mix aus Schienen

die Wagen verbessert, um den Fahrtkomfort zu erhöhen, und für das besondere Erlebnis, werden die Fahrgäste nur von Schossbügeln gehalten. Hierbei hat man dann eine sehr große Bewegungsfreiheit. Die Fahrt beginnt mit einer Fahrt im Dunkeln, wo nach einem Drop eine Heartline-Roll folgt, bevor man dann auf die maximale Geschwindigkeit von 100km/h mit Hilfe von LSM beschleunigt wird. Hier geht es dann direkt auf den 30m hohen Top-Hat, bevor es fast senkrecht mit einer erneuten steilen Auffahrt in den inverted Top-Hat geht. Nach ein paar Metern wird das Fahrzeug abgebremst, bevor der Schlussakt kommt, es folgt nach einer weiteren Abfahrt eine kleine Helix, bevor man in den Dive-Loop ins Dunkle hinab fährt, und dann nach einer Corkscrew in die Schlussbremse fährt.

 

Nach einem actionreichen Tag lohnt es sich mit dem „schnaufenden Trullaner“, welcher leider nur in den Ferien und am Wochenende fährt, hoch ins wenige Meter entfernte Wildparadies zu fahren (welcher im Eintrittspreis von 28,50 Euro inklusive ist). Oder man geht gemütlich zu Fuss in 10 Gehminuten hinauf. Hier erwarten einen über 300 Tiere, die in unseren Gefilden leben, sei es Hirsche, Rehe, Wildschweine oder auch Ziegen. Einige Tiere kann man 1:1 gegenüber stehen und diese auch füttern. Besonders lohnenswert ist der Besuch der Falknertribüne, auf welcher bis auf Freitags 2mal täglich Darbietungen stattfinden. Hier kommt man sehr nah an diverse Greifvögel heran, teileweise landen diese auch auf den Köpfen der Besucher oder fliegen zwischen einem hindurch. Besonders ist, dass die Tiere in der Lage sind, im Flug ihre Beute zu fangen.

Falknershow

Falknershow

wilde Tiere, hautnah

wilde Tiere, hautnah

im Flug gefangen

im Flug gefangen

Das Wildparadies ist ein wirklich schön angelegter Ort, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen, und um mit dem Einklang der Natur zu sein. Hier gibt es auch die Möglichkeit zu grillen, denn es stehen Schwenkgrills und auch Holz zur Verfügung, Stockbrot und auch Würste können kostengünstig in der Wildsauschenke, einer urgemütlichen Vesperhütte, erstanden werden.

Wer dann noch eine Nacht in dieser wunderschönen Umgebung verbringen mag, der kann sich dann in einer der Baumhäuser (4-6 Personen) oder einem der gemütlichen Schäferwagen einquartieren, und den Tag im Einklang mit der Natur ausklingen lassen.

 

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Fazit:
Tripsdrill mit seinem angeschlossenen Wildparadies ist immer eine Reise wert, denn hier wird die Liebe zum Detail noch groß geschrieben. Jedes Detail wird ausgesucht, damit die Attraktion im Gesamten ein harmonisches Bild abgibt. Hier wird Geschichte „anno 1880“ der Schwaben groß geschrieben, man wird noch als Mensch betrachtet, und jeder Mitarbeiter hat noch ein freundliches Wort für den Gast auf der Lippe. Tripsdrill ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie, und das nicht nur für einmal. Ich denke, wer einmal da war, der kommt auch wieder – denn man fühlt sich wohl.

 

Wir danken dem Team vom Tripsdrill für die herzliche Einladung, ihren wundervoll angelegten Erlebnispark besuchen zu dürfen, und wir werden Euch mit Sicherheit bald wieder beehren. 

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Autor dieses Beitrags: Markus

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